© 2011 Lazarus

Kein Feind überlebt den ersten Plankontakt

Vor nicht allzu langer Zeit habe davon erzählt, wie ein eigentlich guter Plan komplett südwärts gegangen ist und was wir dann daraus gemacht haben. Aus dieser „Not“ ist ein Fotoprojekt geworden, hier möchte ich jetzt das erste Ergebniss zeigen, in der Hoffnung, dass das so erfolgreich weiter geht. Aber lasst mich doch am Anfang anfangen.

Ausgangspunkt war das Shooting, von dem ich im letzten Beitrag berichtet habe. Das habe ich schlicht und einfach versemmelt. Was da geplant war, habe ich noch nicht einmal ansatzweise umsetzen können. Gerettet wurde die Sache nur dadurch, dass wir (mein Modell und ich – Danke noch mal an Mrs. L.) komplett umgeschwenkt sind und etwas ganz Anderes gemacht haben.

In der Nachbetrachtung musste ich mir eingestehen, dass ich die Katastrophe ganz allein mir zuzuschreiben habe – ich war (und bin?) nicht in der Lage, meine eigene Stimmung aus meinen Projekten heraus zu halten. Das mag peinlich und unprofessionell sein, andererseits sind es aber meine Projekte, mein privates Vergnügen, insofern möchte ich mich auch in diesen Fotos wieder erkennen… Der langen Rede nicht ganz so kurzer Sinn: ich habe mich entschlossen, aus der Not eine Tugend also aus dieser Stimmung ein Projekt zu machen.

Der Arbeitstitel ist „Einsamkeit und Melancholie in der Stadt“ „Facetten der Einsamkeit“. Das ist recht allgemein und bietet viel Interpretationsspielraum. Die Idee ist, dass ich zusammen mit den Modells raus gehe und versuche, verschiedene Facetten des Themas zu entdecken. Ich will, dass die Modells sich selbst einbringen, ich will Fotos finden und damit Geschichten erzählen, die nicht nur „irgendwie“ zum Thema passen (das ist einfach!), vielmehr will ich die verschiedenen Persönlichkeiten, die ich vor der Kamera habe, ihre Geschichte erzählen lassen.

Erstes Opfer meiner neuen Schaffenswut war Rebecca. Tobias und Hannah hatten parallel zu meinem Katastrophenshooting einen Fototermin mit ihr und sensationelle Arbeit (runterscrollen!) abgeliefert. Als ich Rebeccas neues Profilfoto sah, war mir klar, dass ich sie auch vor der Kamera haben (und vor allem: erst mal kennen lernen) wollte. Tatsächlich war sie dann auch die erste, die sich für mein Projekt gemeldet hat. Mann darf ja auch mal Glück haben.

Gestern war es dann auch so weit, der offizielle Startschuss für die Serie. Wider besseres Wissen hatte ich mir ein paar Gedanken über Fotos gemacht (vor allem wollte ich zwei Dinge mit den Spiegeln im Tanzsaal ausprobieren)…

Es hat geklappt wie am Schnürchen! Tatsächlich war es so, dass Rebecca und ich auf Anhieb auf einer Wellenlänge lagen, was die gemeinsame Arbeit wirklich einfach gemacht hat. Wir konnten eine Bildidee nach der anderen absolut problemlos angehen, es hat einfach geklappt.

Das Thema an sich ist ziemlich ausgelutscht, darum will ich die Sache vom Standpunkt eines Geschichtenerzählers angehen und hoffe, durch verschiedene Modells viele verschiedene persönliche Interpretationen zu entdecken. Rebecca hat mir den Einstieg sehr leicht gemacht. Sie hat eine unglaubliche Ausstrahlung, die – wie ich finde – den Fotos Charakter und Tiefe weit über die abgearbeiteten Klischees hinaus gibt. Das Bild, das ich hier zeige, ist das letzte Foto, das an diesem Abend gemacht wurde und ich denke, es bringt das, was ich weiter vor habe, hervorragend rüber: Es erzählt eine Geschichte, regt zum Nachdenken an, ohne dass man weiteren Kontext braucht.

Es war mir ein Fest, Rebecca kennen lernen und mit ihr arbeiten zu dürfen. Ganz offiziell: Danke!

Wer jetzt Lust bekommen hat, bei dieser Serie mitzumachen, melde sich einfach bei mir. Ich suche Modells jeden Alters, männlich, weiblich, Leute, die sich selbst in die Fotos einbringen wollen… also eigentlich suche ich genau DICH! Worauf wartest Du?

 

EXIFs des Titelbildes:
Kamera: NIKON D700
Lens: Nikon AF Nikkor 50mm f/1.8
Brennweite: 50mm
Verschlusszeit: 1/60s
Blende: ƒ/1.8
ISO: 4000

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