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Gadgets, Kleinkram und Notwendigkeiten

Das hier soll erst mal der letzte Artikel über Technik und Geldausgeben werden. Die wichtigen Kleinteile habe ich mir für den Abschluss aufgehoben, für die Dinge, die man braucht und die nicht exorbitant teuer sind.

Speicherkarten

Mehr Speicherplatz ist immer mehr gut. Gerade auf Veranstaltungen mit vielen Acts geht einem schnell der Platz für Fotos aus und wer möchte schon auf dem Kameradisplay während eines Konzerts Bilder checken?! Ein oder zwei Speicherkarten für den Fall der Fälle und dann noch eine in Reserve zu haben schadet auf keinen Fall.

2007_04_30_17_02_19 (1)Jetzt gibt es die Dinger in den verschiedensten Geschmacksrichtungen, Größen und Preisklassen. Welches Format in Eure Kamera passt, wisst Ihr selbst am besten. Jetzt könnte man auf die Idee kommen, dass das eigentlich recht einfach ist: die nächstbeste Speicherkarte kaufen und in die Kamera stopfen.

Die gute Nachricht ist, dass so ziemlich alles, was man kaufen kann, irgendwie Bilder abspeichern kann und funktionieren wird. Allerdings lohnt es sich wirklich, den ein oder anderen Gedanken an Speicherkarten zu verschwenden: Ihr werdet wahrscheinlich die ein oder andere Serie im Graben schießen. Solange die Daten in den Cache der Kamera passen, ist alles gut. Eher früher als später werdet Ihr merken, dass die Kamera Pausen einlegt. Wenn der Cache (das ist der Zwischenspeicher, der fest in der Kamera verbaut ist, der ist schnell und dient dazu, Eure Bilder so lange aufzunehmen, bis sie auf die Speicherkarte geschrieben worden sind) voll ist, geht nichts mehr und es ist erst mal Schluss mit Fotos. Maßgeblich für die Länge der Auszeit, die sich Eure Kamera gönnt, ist die Geschwindigkeit mit der sie die Daten vom Cache auf die Speicherkarte schreiben kann; meist ist die Geschwindigkeit der Speicherkarte der begrenzende Faktor.

Es kann sehr ärgerlich sein, wenn die Kamera nicht bereit ist, wenn die Pose des Abends vor einem passiert. Schneller ist also besser. Die Geschwindigkeitsangaben auf der Verpackung sind leider nicht einheitlich und manchmal sehr theoretisch. Am einfachsten ist noch die Angabe in MByte/Sek zu verstehen. Leider ist das für einige Hersteller nicht werbewirksam genug und man findet so aussagekräftige Angaben wie x200, x400 oder ähnliche beeindruckende Zahlen, ohne dass einem gesagt wird, was da multipliziert wird. Aber es klingt gut. Wenn man weiss, dass hier ein Vielfaches von 150kb gemeint ist, hat man zumindest eine Chance, die verschiedenen Angaben miteinander vergleichen. Seid ein wenig vorsichtig, manche schlaue Marketingmenschen geben nur die deutlich schnellere Lesegeschwindigkeit vorne und groß auf der Verpackung an und verschweigen (oder verstecken) die deutlich langsamere aber für uns viel wichtigere Schreibgeschwindigkeit…

(Ich bin ein sturköpfiger Prinzipienreiter und boykottiere Firmen, die keine anständigen Geschwindigkeitsangaben machen.)

Korpiklaani - Veldenstein 2008 - 19Schneller ist also besser. Bei Bildgrößen jenseits der 30MB sollten es schon Karten mit 60 oder besser 90 MB/Sek sein, zumal diese Werte in der Praxis niemals erreicht werden. Was die Speicherkapazität angeht, bin ich ein kleiner Hasenfuß und habe lieber mehrere „kleine“ Karten (ich bevorzuge 8-16GB), falls eine davon zum falschen Zeitpunkt kaputt geht, verliere ich nur einen Teil der Fotos.

Ich habe mir einen Vorrat an Sandisc Extreme 8 und 16 GB 90MB/Sek Speicherkarten zugelegt – das war nicht ganz billig, funktioniert für mich aber extrem gut und erlaubt es mir, nach jeder Band die Speicherkarte zu wechseln.

Edit – Speicherkartenleser Alle Kameras haben einen USB-Anschluss und können so prinzipiell auch als Lesegerät genutzt werden. Das sollte für Euch aber nur eine Notlösung sein. Hat Euer Rechner ein passendes Laufwerk eingebaut, nutzt es! Wenn nicht, „investiert“ in ein Lesegerät, die gibt es schon für unter 10€. Selbst die preiswerten Vertreter ihrer Gattung sind in der Regel um einiges schneller als die Kamera.

Edit – USB3 Mein neues Rechenmonster beherrscht USB3. Ich habe mich in unglaubliche Unkosten (deutlich unter 20€) gestürzt und mir einen USB3 Kartenleser besorgt. Wenn Ihr USB3 habt, tut das auch! Die Geschwindikeit, in der die Karten leer gesaugt werden, ist unglaublich!

Akkus

Direkt mit den Speicherkarten zusammen sollte man sich (mindestens) ein Ersatzakku für die Kamera kaufen. Nicht nur ist es ein gutes Gefühl, eine Sicherheitsreserve oder immer einen geladenen Akku zur Hand zu haben, moderne Kameras verbrauchen erstaunlich viel Strom, noch mehr wenn stabilisierte Objektive davor geschnallt sind, so dass es bei längeren Veranstaltung unumgänglich sein wird, ein Batteriepack in Reserve zu haben.

20121201-212413-X-Mas HexentanzMan hat hier die Wahl zwischen den meist teureren Produkten des Kameraherstellers und unzähligen teilweise deutlich preiswerteren Nachbauten. Ganz am Anfang meiner digitalen „Karriere“ – damals noch mit meiner D70 – habe ich versucht mit zwei preiswerten kompatiblen Akkus Geld zu sparen. Der erste hat sich nach drei Monaten nicht mehr laden lassen, sein Bruder hatte mitten in einem Abschlussball einen Anfall von Hitzewallung – ein strenger Geruch stieg aus meinem Batteriegriff auf und die Kamera reagierte nicht mehr. (Um es fertig zu erzählen: Die Kamera tat es noch, der Batteriegriff war hinüber, die Akkus konnte ich umtauschen – um sie dann einfach in den Schrank zu legen.)

Ein gebranntes Kind scheut das Feuer – ich traue mich nicht mehr an die Nachbauten heran. Bisher hat keines meiner Originalakkus aufgegeben – selbst die Veteranen in meiner D200 halten tapfer durch ohne dass ich einen Leistungsverlust spüren würde. Aus persönlicher Erfahrung rate ich also zu den Originalen.

Anmerkung: Wenn Ihr z.B. für Euren Blitz (den Ihr natürlich nicht im Graben einzusetzen gedenkt) Akkus braucht, gönnt Euch gute Akkus, wie die Sanyo Eneloops und ein anständiges Ladegerät. Die Eneloops verlieren fast keine Kapazität während sie gelagert werden und ein hochwertiges Ladegerät verlängert die Lebenszeit der teuren Akkus massiv.

Batteriegriffe / Hochformatgriffe

20080830-164642-Summers EndBei den ganz großen Modellen der Hersteller ist bereits ein Hochformatauslöser eingebaut. Für die kleineren Modelle kann man sie nachrüsten und sie machen die Arbeit in einigen Aspekten einfacher. Arbeitet man im Hochformat ist die Handhaltung mit so einem Griff viel angenehmer. Mit schweren Objektiven sorgt das größere Gewicht „hinter“ dem Objektiv für eine ausgewogenere Gewichtsverteilung.  Außerdem erlauben es die meisten Vertreter ihrer Art, mehrere Akkus oder sogar „normale“ AA-Zellen zu verwenden. Manchmal bekommt man mit ihnen noch das ein oder andere Extra – wie schnellere Serienbildfunktion, eine zusätzliche Möglichkeit das Fokusfeld zu wählen und was den verschiedenen Herstellern sonst noch so alles einfällt. Manch einem mag auch der vergrößerte, kernigere Look eines Bodys mit Griff gefallen.

Die Vorteile kommen zum Preis eines deutlich höheren Gewichts. Ein gutes Stück größer wird der Body auch. Ob man das mag oder gar praktisch findet, ist reine Geschmacksache.

20130409-185815-Helloween_Garage_SBWill man seinen Body mit einem Hohformatauslöser aufrüsten, hat man mal wieder die Wahl zwischen den teuren Originalprodukten und denen der verschiedensten Drittanbietern. Einige Anwender haben bei der Verwendung der ganz billigen Modelle an ihren Kameras seltsames Verhalten beobachten können: Manchmal funktionierten bestimmte Akkus nicht mehr, andere Kameras fokussierten ständig oder lösten willkürlich aus… irgendwie zieht sich das wie ein roter Faden durch alles, was ich hier zum Thema Technik schreibe: die ganzen Schnäppchen können sich recht schnell als Fehlkauf und teuer entpuppen.

Im Studio fand ich einen Batteriegriff die erste Zeit recht praktisch, letztendlich aber waren mir meine Kameras mit Griff einfach zu unhandlich. Obwohl ich mir manchmal im Graben wünsche, einen zu haben und als Meinungsverstärker oder Höflichkeitsevozierer einsetzen zu können. Aber jetzt, wo jeder das hier gelesen hat, kommt das sicher viel seltener vor.

Regenschutz

Open-Air und schlechtes Wetter – bei einigen Festivals ist das ja quasi Tradition. Auch wenn die größeren Bodys und teuren Objektive abgedichtet sind, sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man seine Kamera vor den Unbilden der Witterung schützen kann. Es gibt Regencapes für DSLRs zu kaufen – die funktionieren gut und sind sicher keine Fehlinvestition.

Wer Geld sparen will oder improvisieren muss, kann sich mit einer Plastiktüte behelfen. In den Boden wird ein Loch fürs Objektiv geschnitten, die Kamera durchgesteckt, am Objektivende kann die ganze Sache dann z.B. mit einem Haargummi fixiert werden. Ein Kollege hat mir als alternative Bastellösung empfohlen, das Bein einer alten Regenhose abzuschneiden – der Gummizug am Ende passt perfekt über das Objektiv.

In jedem Fall solltet Ihr ein Tuch dabei haben um die Frontlinse von Zeit zu Zeit abzuwischen.

20101221-213909-StS Garage SB

Gehörschutz

Das wichtigste hebe ich mir zum Schluss auf. Im Graben ist es laut. Man gewöhnt sich vielleicht schnell daran und es mag Menschen geben, die der Meinung sind, dass es kein gutes Konzert war, wenn man kein Pfeifen in den Ohren hat. Letztlich ruiniert man sich aber das Gehör, wenn man zu oft ungeschützt direkt vor den Lautsprechern steht.

Die einfachen Stöpsel, die man immer auf den Veranstaltungen für kleines Geld kaufen kann, funktionieren. Leidlich. Sie verschließen den Gehörgang, dämpfen den Schall und machen, dass die Musik grässlich klingt. (Ok, bei manch einer Veranstaltung, die zu besuchen ich das zweifelhafte Vergnügen hatte, hätte das wirklich keinen Unterschied gemacht…)

Deutlich teurer sind die auf längere Verwendung, höheren Tragekomfort und besseren Klang ausgelegten Produkte wie die Alpine Music Safe Pro oder die Etymotic ER20. Ich finde, diese Ausgabe lohnt sich. Diese Art Gehörschutz erhält die Klangcharakteristik der Musik weitestgehend, so dass man bei der Arbeit tatsächlich das Konzert auch erleben kann.

Wer es richtig luxuriös mag, kann sich beim Akustiker seines Vertrauens für 70-150€ einen Gehörschutz maßfertigen lassen – ich kenne Kollegen, die das gemacht haben und extrem zufrieden damit sind.

tl;dr

  • Niemals ohne Gehörschutz!
  • Zusätzliche Speicherkarten und Akkus sind notwendig.
  • Billig kann richtig teuer werden.
  • Macht Euch Gedanken über einen Regenschutz.

Es gibt noch jede Menge anderes Zubehör, das mehr oder weniger sinnvoll ist – vielleicht hat der ein oder andere Leser ja noch einen Tip?

 

EXIFs des Titelbildes:
Kamera: NIKON D700
Lens: AF-S VR Zoom-Nikkor 70-200mm f/2.8G IF-ED
Brennweite: 135mm
Verschlusszeit: 1/160s
Blende: ƒ/5
ISO: 1600

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